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Ein Luftmatratzenabenteuer
Thomas hatte zum Urlaub auf Norderney von seinen Eltern eine schöne
Luftmatratze geschenkt bekommen.
"Thomas", sagte sein Vater: " eine Luftmatratze ist ein
schönes Ding, wenn man am Strand liegen will. Man liegt dann sehr
weich und bekommt keinen Sand in die Badehose. Aber sie ist auch sehr
gefährlich, wenn man damit auf dem Wasser spielt. Man kann sehr
schnell abgetrieben werden und in Lebensgefahr kommen. Du darfst also
nicht mit der Luftmatratze auf´s Wasser!"
Einige Tage nach der Ankunft hatte Thomas schon einige Strandfreundschaften
mit Jungen aus den Nachbarstrandkörben geschlossen. Ein älterer
Junge sagte: "Thomas du bist zu feige, um mit Deiner Luftmatratze
mit uns um die Wette zu paddeln." Da Thomas´ Eltern nicht
da waren, war Thomas der Meinung er könne das Verbot der Eltern
mißachten, um den Vorwurf der Feigheit nicht auf sich sitzen zu
lassen; also nahm er seine Matratze und ging mit den anderen Jungen
ins Wasser.
Thomas paddelte als Erster von Buhne zu Buhne. Dabei erwischte ihn eine
Windböe und er wurde hinausgetrieben. Seine Freunde rannten ganz
schnell weg. Glücklicherweise wurde dies von einem der Kurgäste
auf der Strandpromenade gesehen, der dann den Seenotkreuzer »Bernhard
Gruben« alarmierte.
Christian Brensing, der Vormann, so nennt man den Kapitän eines
Seenotkreuzers, kennt die Nordsee um Norderney wie seine eigene Westentasche.
Vormann Brensing wußte aus Erfahrung, daß die Stelle an
der Thomas abgetrieben war sehr gefährlich ist. Er legte den Fahrthebel
der »Bernhard Gruben« auf den Tisch(Eine Landratte würde
sagen: "Er gab Vollgas") um möglichst schnell Thomas
zu erreichen.
Nach 20 Minuten erreicht die »Bernhard Gruben« die Stelle
an der Thomas ins Wasser gegangen war. Wie Vormann Brensing es sich
schon gedacht hatte, war Thomas schon weit auf die der Insel Norderney
vorgelagerten Sandbänke abgetrieben, so daß »Johann-Fidi«,
das Beiboot der »Bernhard Gruben«, ausgesetzt werden mußte,
was die Besatzung der »Bernhard Gruben« schon vorbereitet
hatte. Weitere 10 Minuten später war Thomas mit seiner Luftmatratze
an Bord des Seenotkreuzers und mußte sich eine gehörige Standpauke
vom Vormann anhören.
Er wurde in trockene Kleider gepackt und bekam einen großen Mug
(so sagen die Seeleute zum Becher) mit heißem Tee, da er schon
sehr unterkühlt war. Die Rettungsmänner hatten auf der Rückfahrt
über MRCC Bremen die Eltern von Thomas informiert, die Thomas dann
am Hafen abholten. Mit einer Luftmatratze in der Nordsee zu paddeln,
kann lebensgefährlich sein, so daß Thomas sich von seinem
Vater eine zweite Standpauke anhören mußte.
Thomas´ Vater gab der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
eine große Spende ins Sammelschiffchen, weil er froh war, daß
Thomas gerettet worden war. Die Luftmatratze kam in den Kofferraum und
wird in Zukunft nur noch beim Zelten als Unterlage genutzt. Die "guten"
Freunde vom Strand hat Thomas danach nie wieder gesehen!
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